Majestätische Bergmassive, Bergseen, Eishöhle und wilde Klamm
Die 5 tägige Wanderreise des Erms-Gau führte in diesem Jahr über 40 Teilnehmer aus verschiedenen OG in die Region Dachstein West – Salzburger Land. Diese Wanderreise wurde von Gau-Wanderwartin Elisabeth Schick organisiert und perfekt durchgeführt. Nach einer nicht ganz problemlosen Anreise; es gab mehrere Anläufe nur durch Bad Urach nach Metzingen zu kommen und somit mit 1,5 Stunden Verspätung Richtung München -Salzburg. Trotzdem erreichte man rechtzeitig Bad Ischl, das erste Reiseziel pünktlich. Bei einer Führung durch die Stadt und den Kaiserpark, vorbei an vielen historischen Gebäuden aus der Habsburger Monarchie konnte die Geschichte der an der Traun gelegenen Stadt hautnah miterlebt werden. Nicht zu vergessen die vielen Komponisten wie Anton Bruckner, Johann Strauß, Johannes Brahms und Franz Lehár. Sie waren regelmäßige Sommer-Gäste in der Kaiserstadt und prägen bis heute das kulturelle Leben in der Stadt. Dann ging es in kurzer Fahrt nach Rußbach am Pass Gschütt ins Hotel. Das Ziel am zweiten Tag war die Postalm das Wanderziel. Das in der Nähe des Wolfgangsee gelegene Almgebiet wurde über die Panoramastrasse auf ca. 1300 m erreicht und ist mit 42 km² das größte Almgebiet in Österreich und nach der Seisser Alm das zweitgrößte in Europa. Die Hälfte der Teilnehmer wanderten zurück nach Rußbach. Die anderen wanderten über die Almwiesen mit ihrer Blütenpracht in einer kleinen Rundtour und genossen das Bergpanorama. Danach ging es mit dem Bus über den zweiten Abschnitt der Panoramastrasse hinunter nach Strobl am Wolfgangsee. Hier durfte natürlich eine Schifffahrt hinüber nach St. Wolfgang nicht fehlen. Schon weitem war die Silhouette der Wallfahrtskirche St. Wolfgang zu sehen und direkt daneben das Hotel zum Weißen Rössl vom Wolfgangsee. Nah einem ausgiebigen Gassenbummel ging es zurück ins Hotel. Am nächsten Tag stand ein besonderes Naturspektakel auf dem Programm. Hotelchef Roman Kerschbaumer begleitete an diesem Tag die Reisegruppe und konnte auf der Fahrt nach St. Johann im Pongau viel Interessantes aus der Region Dachstein und Salzburger Land weitergeben. Ziel war die neu ausgebaute Liechtensteinklamm am Beginn de Großarltals. Während man früher entlang des Wildwassers ca. 1 km auf Stegen in die 300 m tiefe Klamm ging geht es heute über spektakuläre Übergange, Stufen und Stiegen, was schon ordentlich Mut und Kondition erforderte. Auf Grund verkehrsbedingten Problemen wurde der Besuch der Paul-Außerleitner Sprungschanze in Bischofshofen kurzerhand ausgelassen und fuhr nach Filzmoos zur Unterhof- und Oberhofalm. Dies war mehr als ein Ersatz und erwies sich als absoluter Geheimtipp. Die unter dem mächtigen Bergmassiv der Bischofsmütze gelegenen bewirtschafteten Almhütten in diesem Talschluß ergaben ein unvergessliches Bergidyll. Die Große Bischofsmütze ist mit einer Höhe von 2458 m der höchste Gipfel im Gosaukamm des Dachsteinmassivs. Gemeinsam mit der Kleinen Bischofsmütze 2430 m bildet sie einen markanten Doppelgipfel, der dem Gosaukamm frei entragt. Der krönenden Abschluss an diesem Tag war nach der Rückkehr in das Hotel das Zuschauen bei der Herstellung der berühmten „Salzburger Nockerl“ eine süße Versuchung, welche anschließend natürlich auch verkostet werden durfte.
Der nächste Wandertag sollte eine weitere Steigerung der Erlebnisse bringen. Höhlenbären, Hängebrücke, Licht- und Ton Show. Die neu konzipierte Dachstein Rieseneishöhle bot ein atemberaubendes Abenteuer in Fels und Eis, was mit Worten nicht zu beschreiben ist und eine bleibende Erinnerung sein wird. Danach ging es in zwei Sektionen mit der Bahn hoch auf den 2034 m hohen Krippenstein. Man konnte je nach Lust an verschiedene markante Aussichtspunkte wandern oder einfach den Blick zum Dachstein 2995 m mit seinen Gletscherfeldern oder hinunter zum Hallstätter See genießen. Bevor es Richtung Heimat ging war der Gosausee unterhalb des Gosaukamm das letzte Ziel der Wanderreise. Bei einer kleinen Morgenwanderung um den See als Abschiedstour in der Dachsteinregion konnte man nochmals die herrlich Berglandschaft auf sich wirken lassen. Nach einer problemlosen staufreien Rückfahrt fand in Heimatnähe noch die Abschlusseinkehr statt, bevor alle wieder wohlbehalten und voll mit neuen Eindrücken zu Hause ankamen.
Werner Schrade
Erms-Gau-Tag und Gauversammlung am 16.11.2025
Die diesjährige Versammlung von Mitgliedern der Albvereins-Ortsgruppen im Erms-Gau fand in Bempflingen statt. Die Ortsgruppe Bempflingen feierte ihr 100-jähriges Bestehen und hatte die Organisation und Bewirtung bei der Zusammenkunft im Dorfgemeinschaftshaus der Gemeinde übernommen. Am Vormittag waren drei Wanderungen angeboten. Gauobmann Werner Schrade fand zu Beginn seines Berichts herzliche Dankesworte für die Helfer der Ortsgruppe. Grußworte sprach die Vizepräsidentin des Albvereins, Regine Erb. Musikalisch wurde die Veranstaltung durch die ehemalige und extra „wiederbelebte“ Volkstanzmusik Bempflingen begleitet.
Albvereins-Gau und Gauobmann: Braucht man das eigentlich? Diese Frage hat so manches Mitglied schon mal bewegt. Da der Gauobmann Bindeglied zwischen dem Hauptverein und den Ortsgruppen ist, letztere berät und mit der Hilfe von Fachwarten unterstützt, kann die Frage nur positiv beantwortet werden.
Zum Erms-Gau gehören 20 Ortsgruppen mit aktuell ca. 4400 Mitgliedern. Seit einigen Jahren nimmt die Zahl der Mitglieder ständig ab, dazu kommt ein hoher Altersdurchschnitt. Da das Beitragsaufkommen ebenfalls sinkt, kommt es zu Problemen bei der Finanzierung und Renovierung von Wanderheimen und Türmen, was möglichst auch durch Spendeneinwerbung aufgefangen werden soll. In diesem Jahr mussten allerdings die Beiträge erhöht werden.
Immer dringender wird die Notwenigkeit einer Strukturänderung des Hauptvereins und seine Anpassung an die heutige Zeit. Daran arbeiten die Obmänner mehrerer Gaue.
Zu einer wichtigen Aufgabe des Albvereins gehört der Naturschutz, der ausschließlich in den Ortsgruppen stattfindet und vom Gau z.B. bei der Beantragung von Zuschüssen für Geräte unterstützt wird.
Die Pflege der Wanderwege hat große Priorität. Im Erms-Gau beschäftigen sich in den 20 Ortsgruppen 39 Wegewarte und -paten damit, die Wege instand zu halten und die Wegmarkierungen zu aktualisieren. So wurden die meisten bisherigen silbernen Wegzeiger in gelbe an z.T. neuen Standorten ausgetauscht. An den 450 km Wanderwegen im Erms-Gau wurden 1300 neue Wegzeiger aufgestellt – all das wie auch andere Tätigkeiten – ehrenamtlich. In einem neuen Projekt will man für Radfahrer in einem Mountainbike-Konzept separate Touren anlegen.
Der Erms-Gau erstellt Jahresprogramme für Wanderungen und Veranstaltungen wie Winterwandertag, sportliche Wanderungen, die neue Serie „Türme und schöne Aussichten im Erms-Gau“, das Mundartfest auf der Burg Derneck oder die traditionelle Gedenkfeier an der Hohen Warte. Mehrtagesfahrten wie z.B. nach Südtirol werden besonders von kleineren Ortsgruppen gern angenommen. Wer mehr erfahren möchte, kann das über die Homepage unter erms-gau.albverein.eu tun.
Der Erms-Gau stellte sich als lebendig, engagiert und voller Ideen dar. Ob Wanderungen und anspruchsvolle Touren, traditionelle Feste, neue Veranstaltungsreihen oder kulturelle Angebote – der Erms-Gau bleibt ein verlässlicher Treffpunkt für Naturerlebnis, Gemeinschaft und gelebte Kultur.
